Die Mikrowelle machts möglich: Pascal kommt spät von der Schule nach Hause. Der Hunger ist groß, die Mutter bereits wieder im Büro. Auf dem Tisch liegt ein Zettel. „Dein Essen steht im Kühlschrank, schieb es in die Mikrowelle. Guten Appetit, Bussi, Mutti.“ Pascal stellt sein Mittagessen auf den Drehteller des Mikrowellenofens, schließt die Türe, drückt ein paar Tasten und schaut fasziniert zu, wie sein Essen sich dreht und dabei warm wird. Bald sitzt er am Tisch und isst das, was seine Familie zwei Stunden vor ihm auch gegessen hat. Er macht sich keine Gedanken über die Mikrowelle. Aber viele Menschen sind immer noch sehr verunsichert, ob sie einen Mikrowellenofen in ihrem Haushalt verwenden sollen oder nicht.

Die Garung und Zubereitung der Lebensmittel erweitert die Palette an Nahrungsmitteln beträchtlich. Manches wird erst durch das Kochen verträglich gemacht. Manch schädliche Inhaltsstoffe werden entfernt und oft verbessert sich durch Kochen, Braten oder Backen der Geschmack. Jahrhunderte lang hat man seine Nahrung auf dem Feuer zubereitet, dann kam Gas und Strom dazu. Beim Einzug des Stromes in die Häuser hatten anfangs viele Menschen einen großen Respekt vor dieser neuen Erfindung. Man hatte bei der Betätigung des Stromschalters Angst vor einem Stromschlag. Reiche Familien ließen die Stromschalter daher von ihren Dienstboten betätigen. Erst als sie im Laufe der Zeit merkten, dass denen nichts passierte, wagten sie es selber, den Schalter anzugreifen.
Historisches
Wie so viele Erfindungen wurde auch das Kochen mit der Mikrowelle zufällig entdeckt. Es ist praktisch ein Abfallprodukt anderer Technologien. 1946 arbeitete Dr. Percy Spencer an einem Magnetron. Dabei entdeckte er, dass eine Zuckerstange, die er in der Brusttasche bei sich getragen hatte, ganz weich geworden war obwohl er nicht mit einer Wärmequelle gearbeitet hatte. Neugierig geworden, legte er ein paar Maiskörner in die Nähe des Magnetrons. Fasziniert schaute er zu, wie sie bald zu zittern begannen, aufplatzten und ihm um die Ohren flogen. Er und seine Mitarbeiter legten als nächstes ein Ei vor den Apparat. Bald begann es zu beben. Einen Moment später sahen sie sich verdutzt an. Jeder hatte eine Portion Eigelb im Gesicht kleben. Das Ei war geplatzt. Das war die Geburtsstunde des Mikrowellenofens. 1947 stand der erste Ofen in einem Gasthaus. Es war ein riesiges, schweres, teures Ungetüm. Aber man erkannte bereits die vielseitigen Möglichkeiten des Einsatzes und des Sparens an Energie. 1965 wurde der erste 100-Volt-Ofen gebaut und 1976 hatten bereits über 60% aller Haushalte in den USA einen Mikrowellenofen. Aber zuerst musste die Angst vor der neuen Erfindung überwunden werden. Man hatte Angst vor Nährstoffveränderungen in den Lebensmitteln, davor blind, steril oder radioaktiv verseucht zu werden. Solche Ängste sind bis heute nicht verschwunden.
Funktionsweise des Mikrowellenofens
Das Herz eines jeden Mikrowellengerätes ist das Magnetron. Es wandelt elektrischen Strom in Mikrowellen um. Die Wellen werden im Gerät erst produziert, wenn die Türe vollständig geschlossen ist. Geringe Mengen an Mikrowellen können auch bei geschlossener Türe als Leckstrahlung nach außen dringen. Darum werden Grenzwerte vorgeschrieben.

Die Wellen sollen nun möglichst gleichmäßig im Ofen verteilt werden. Dafür sorgt ein Drehteller am Boden und ein Wellenquirl an der Decke. Der Garraum selbst ist aus Metall gebaut, mit Email, Kunsststoff oder Lack überzogen. Mikrowellen durchdringen elektrisch nichtleitende Stoffe wie Glas, Porzellan, Papier und Kunststoff verlustlos. Von metallischen Flächen werden sie aber total reflektiert. Ein eingebautes Gebläse kühlt die empfindlichen Bauteile. Der Garraum wird ständig be- und entlüftet, damit Kochdämpfe schnell abziehen.
Eigenschaften der Mikrowellen
Innerhalb des gesamten Spektrums ist die Mikrowellenstrahlung zwischen der kurzwelligen Infrarotstrahlung und den längerwelligen Radio- und Radarwellen einzuordnen also zwischen 1 m und 1 cm. Für Haushaltsgeräte wurde eine Wellenlänge von etwa 12 cm festgelegt. Nun nimmt der Energiegehalt mit abnehmender Wellenlänge zu. Im Unterschied zu Röntgen und Gammastrahlen wird die Mikrowelle aber as eine nicht ionisierende Strahlung eingestuft. Das heißt, die Quantenenergie der Mikrowelle ist viel zu gering, um strahlungsbedingte Veränderungen in der Molekülstruktur von Lebensmitteln zu bewirken. Erst wenn die Wellenlänge kürzer als 0,1 mm, also kürzer als jene der UV-Strahlung ist, ist die Quantenenergie hoch genug um Molekularverbindungen aufzubrechen und somit biologisches Material, wie es in Lebensmitteln vorkommt, zu zerstören.
Die Erwärmung im Mikrowellenofen beruht ausschließlich auf einer thermischen Wechselwirkung. Mikrowellen sind magnetische Wellen, die durch ihre Energie die kleinsten Teilchen in den Lebensmitteln, die Moleküle und vor allem die Wassermoleküle in Schwingungen versetzten. Wasser besitzt einen negativen und einen positiven Pol; es ist ein Dipol. Die Wassermoleküle in den Lebensmitteln werden einmal blitzschnell von der Mikrowelle angezogen, dann wieder abgestoßen. Dabei entsteht Reibungswärme und zwar von Innen nach Außen. Man kann mit der Mikrowelle auftauen, kochen, trocknen, schmelzen oder aufwärmen.
Verluste durch Mikrowellen
Zahlreiche Experimente und Untersuchungen haben gezeigt, dass das Kochen in der Mikrowelle zu keinen gravierenderen Veränderungen in den Lebensmitteln führt als das konventionelle Kochen auch. Es gibt keine spezifischen mikrowellenbedingten Veränderungen wenn man sie richtig handhabt. Man kann aber genauso wie beim konventionellen Kochen durch falsches Vorgehen schlechte Ergebnisse erzielen was den Geschmack, die Nährstoffverluste oder das Aussehen der Speisen anbelangt. Durch die rasche Erhitzung und die geringe Auslaugung ist die Mikrowellengarung im allgemeinen produktschonender. Die Vitamine und Mineralstoffe werden besser erhalten.

Wenn man die Art und Weise des Kochvorganges versteht, leuchtet es ein, dass homogene, wasserreiche Lebensmittel am besten zum Aufwärmen oder Kochen geeignet sind. Ein hoher Salzgehalt in den Lebensmitteln senkt die Eindringtiefe der Welle. Eis nimmt die Welle sehr schlecht auf, daher muss mit niedriger Leistung aufgetaut werden, sonst entstehen neben den noch gefrorenen Stellen bereits angegarte Bezirke. Der Einsatz der Mikrowelle hat natürlich auch seine Grenzen. Sie soll herkömmliche Haushaltsgeräte nicht verdrängen. Jedes Gerät hat seine Aufgaben und Vorteile. Werden kleine Portionen von 200 bis 400 g mit wenig Wasser im Mikrowellengerät zubereitet ist das sinnvoll. Größere Mengen gelingen besser auf konventionellen Kochstellen oder im Backofen. Die Mikrowelle alleine kann nicht bräunen, es bilden sich keine Krusten. Daher werden kombinierte Geräte angeboten. Wendet man die Mikrowelle falsch an, wird das Fleisch zäh, Kartoffeln und Gemüse gummiartig.
Krank durch die Mikrowelle?
Immer wieder geistern Berichte durch die Medien, die vor der Benützung der Mikrowelle warnen. Auf der einen Seite wird vor schädlichen Veränderungen im Lebensmittel selbst gewarnt, auf der anderen Seite hat man Angst vor austretender Strahlung. Angst wird gemacht, dass man von der Mikrowelle blind werden könnte. Die Augenlinse besitzt gegenüber anderen Körperteilen in der Tat keine konvektive Wärmeabfuhr über den Blutstrom. Zu starke Strahlungsintensitäten werden vom Körper nicht wahrgenommen. Trifft die Mikrowelle auf das Auge, erwärmt es sich und schädigt die Linse. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass die Leckstrahlung bei Haushaltsgeräten nicht ausreicht, um Augenlinsen zu schädigen. Ähnlich verhält es sich bei den Hoden des Mannes, die ja auch keine Wärme vertragen. Leckstrahlung aus Haushaltsgeräten reicht nicht aus, einen Mann steril zu machen.
Der Frequenzbereich der Mikrowelle ist im selben Spektrum wie die Handysignale im 4G-Netz. Wir haben schon gesagt daß es sich um eine nicht ionisierende Strahlung handelt, also nicht das Enegiepotential hat um die Molekularstrukturen der Körperzellen direkt zu beschädigen. Dennoch wird dieses Frequenzspektrum von der WHO als möglicherweise krebserregend eingestuft. Das heißt, es gibt gewisse Indizien, auch wenn die endgültigen Beweise noch fehlen. Als Vorsichtsmaßnahme ist es vielleicht angesagt, nicht direkt vor der laufenden Mikrowelle stehenzubleiben. Auch alte Geräte mit beschädigten Türen können höhere Leckstrahlung verursachen.

Plastikverpackungen sollten möglichst nicht in die Mikrowelle geraten. Bei Erhitzung können verschiedene Plastiksorten gesundheitsschädigende Substanzen wie Bisphenole oder Phtalate freisetzen. Selbst mikrowellentaugliche Plastiksorten können bei Erhitzung beträchtliche Mengen an Mikro und Nanopartikel freisetzen welche sind in verschiedenen Organen und Geweben und speziell in der Lebe anlagern.
Ein anderer Vorwurf bezieht sich auf die Strukturveränderung durch die Mikrowelle. In der Milch soll es durch Mikrowellenbehandlung zu Aminosäurenveränderung kommen. Das Experiment, das Ende der 80er Jahre durchgeführt worden war, wies geringe Mengen von D-Prolin nach (von Natur aus kommt in der Milch L-Prolin vor). Bei diesem Experiment wurde aber ein sehr hoher Druck und hohe Temperaturen angewendet. Auch war das Vorkommen sehr gering und nicht signifikant, wie von Mikrowellengegenern behauptet wird. In weiteren Versuchen konnte es gar nicht mehr nachgewiesen werden. Auch in der Babymilch, die in der Mikrowelle erwärmt wurde, konnten keine mikrowellenbedingten Veränderungen nachgewiesen werden.
Mikrowelle kontra konventionelles Kochen
Ernährungswissenschaftler urteilen: Wer Mikrowellengeräte sachgerecht einsetzt, muss keine Angst haben vor schädlichen Veränderungen der Lebensmittel oder anderen Gesundheitsgefahren. Die Verluste halten sich bei beiden Verfahren etwa die Waage. Die Mikrowelle sollte als Zusatzgerät betrachtet werden und keinesfalls das gewohnte Kochen verdrängen. Besonders gut eignet sie sich zum Aufwärmen kleiner Portionen in Singelhaushalten oder wenn die Familienmitglieder unterschiedlich nach Hause kommen. Jedes Kochen, sei es mit der Mikrowelle oder dem alten guten Herd, bewirkt im Lebensmittel Veränderungen. Um Nachteile auszugleichen, wird immer wieder empfohlen, neben der gekochten Kost einen guten Teil, 30 – 60% wären wünschenswert, roh zu essen. Rohes Obst und Gemüse können Verluste durch das Kochen ausgleichen und schützen uns vor manchen ernährungsbedingten Krankheiten.

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Der Film ist auf http://www.soyana.ch
unter Qualität zu sehen!
Ich selber habe ein Buch:
Die unsichtbare Kraft in Lebensmitteln
Bio und NIchtbio im Vergleich von
A. W. Dänzer zB wilder Rosmarin nach drei Minuten Mikrowelle ! Whow, wir haben unsere Mikrowelle daraufhin entsorgt! bei 400?facher Vergrößerung lässt sich das gut sehen!
OK, die Meinungen gehen hier manchmal auseinander. Dieser erwähnte Film diskutiert das Konzept von energetischen Kräften, was mehr mit Philosophie als mit Wissenschaft zu tun hat. Diejenigen die an diese Art von Energie glauben sind normalerweise auch die die gegen die Mikrowelle wettern. Von der Sichtweise dieser Philosophie ist es vielleicht verständlich, aber eine wissenschaftliche Basis für diese Argumente gibt es nicht. Was wissenschaftlich untersucht ist, das ist die direkte Strahlenbelastung einens Menschens der direkt der Mikrowelle ausgesetzt ist. Das ist ein Thema an dem die Wissenschaft auch noch forscht um konkrete Antworten liefern zu können. Aber wenn man aus diesem Grund die Mikrowelle ablehnt, muss man konsequenterweise auch sein Handy abstellen, weil es sich um dieselben Strahlen handelt.
Vielen herzlichen Dank für diese neutrale Beurteilung der Mikrowelle. Endlich kann ich die nichtbestehende Gefahr einordnen.